Wenn ein Partner ein Screen-Rollo oder ein ZIP-System bestellt, steht in der Spezifikation oft nur „Screen, grau“. Doch genau die fehlende Angabe — der Öffnungsfaktor — entscheidet, ob der Nutzer durch den Behang noch den Garten sieht, ob der Bildschirm im Büro um drei Uhr nachmittags lesbar ist und wie viel Wärme in den Raum gelangt.
Dieser Leitfaden richtet sich an Planer, ausführende Betriebe und Raumausstatter. Er erklärt, was der Öffnungsprozentsatz tatsächlich misst, wie die Stofffarbe das Ergebnis verändert und wie Sie in der Anfrage genau das angeben, was das Objekt braucht.
Was der Öffnungsfaktor ist
Screen-Gewebe besteht aus beschichteten Fasern mit kleinen, regelmäßigen Öffnungen zwischen den Fäden. Der Öffnungsfaktor (engl. openness factor, OF) ist der Anteil der Stofffläche, der auf diese Öffnungen entfällt. Ein Stoff mit 3 % hat vereinfacht 3 cm² Öffnungen auf je 100 cm² Fläche.
- Niedriger Wert (1 %) — dichteres Gewebe, weniger direktes Licht und Blendung, schwächere Durchsicht nach außen.
- Mittlerer Wert (3 %) — der Kompromiss, der für Arbeitsräume am häufigsten gewählt wird.
- Hoher Wert (5 % und mehr) — mehr Durchsicht und Tageslicht, aber auch mehr Sonne, die direkt durch die Öffnungen fällt.
Wichtig: Screen ist keine Verdunkelung. Auch ein Stoff mit 1 % macht den Raum nicht dunkel — er filtert das Licht. Für Schlafzimmer, Hotelzimmer oder Projektionsräume wählt man einen Blackout-Stoff oder eine Kombination aus zwei Lagen.
1, 3 und 5 % im Vergleich
Auf dem Papier wirken die Unterschiede klein, am Fenster sind sie deutlich sichtbar. Die Tabelle zeigt, wo welcher Wert am häufigsten eingesetzt wird:
| Öffnung | Durchsicht | Blendschutz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 1 % | Schwächer, Umrisse sichtbar | Am besten | Büros mit Bildschirmen auf der Westseite, Empfangsbereiche und Besprechungsräume bei starker Sonne |
| 3 % | Gut | Gut | Büros, Klassenzimmer, Gewerbeflächen — die häufigste Wahl |
| 5 % | Sehr gut | Mäßig | Wohnungen, Wohnzimmer, Restaurants, Räume, in denen die Aussicht wichtig ist |
| 10 % | Nahezu ungehindert | Schwach | Räume mit wenig direkter Sonne, in denen der Stoff tagsüber Sichtschutz und Optik bietet |
Für die meisten Gewerbeobjekte sind 3 % der Ausgangswert. Davon weicht man ab, wenn es einen klaren Grund gibt: niedriger, wenn Blendung das Problem ist, höher, wenn die Aussicht wichtiger ist als der Schutz.
Die Farbe verändert das Ergebnis ebenso stark wie der Prozentsatz
Zwei Stoffe mit gleichem Öffnungsfaktor können sich völlig unterschiedlich verhalten, nur weil einer weiß und der andere anthrazit ist. Die Farbe beeinflusst zwei Dinge, die in entgegengesetzte Richtungen wirken — Durchsicht und Wärme:
Dunkle Farben — Anthrazit, Schwarz, Dunkelgrau
Bessere Durchsicht und weniger Blendung, weil eine dunkle Fläche in der Sonne nicht „leuchtet“ und das Auge die Außenszene leichter erkennt. Auf der Innenseite des Glases nehmen sie mehr Wärme auf, sodass sich der Stoff selbst stärker erwärmt.
Helle Farben — Weiß, Beige, Hellgrau
Sie reflektieren mehr Sonnenenergie und sind daher günstiger, wenn Wärme das Hauptproblem ist, besonders bei außenliegenden Systemen. In direkter Sonne leuchtet der Stoff jedoch: Die Durchsicht ist schwächer und der Kontrast auf Bildschirmen schlechter.
Mitteltöne — Grau, Sand
Ein Kompromiss für Objekte, bei denen keine Anforderung dominiert, und für Fassaden, bei denen der Architekt von außen ein einheitliches, ruhiges Bild wünscht.
Innen oder außen — gleicher Stoff, andere Aufgabe
Der Öffnungsfaktor wird je nach Lage des Stoffes zum Glas unterschiedlich gewählt:
- Innenliegendes Screen-Rollo. Die Wärme ist bereits durch das Glas gelangt, die Hauptaufgabe ist also die Kontrolle von Blendung und Durchsicht. Prozentsatz und Farbe sind hier vor allem eine Frage des visuellen Komforts.
- Außenliegendes ZIP-System. Der Stoff hält die Sonne vor dem Glas auf, daher ist eine etwas höhere Öffnung ohne Überhitzung möglich. Ein dunklerer Stoff mit 3–5 % außen bietet oft eine bessere Durchsicht als ein dichter heller Stoff innen — und schützt zugleich besser vor Wärme.
Deshalb gehört die Lage immer in die Spezifikation. „Screen 3 %, anthrazit, ZIP außen“ und „Screen 3 %, anthrazit, Rollo innen“ sind nicht dasselbe Produkt und liefern nicht dasselbe Ergebnis.
So wählen Sie aus: drei Fragen für jede Positionsgruppe
Bevor Sie einen Prozentsatz eintragen, beantworten Sie drei Fragen. Die Antworten können sich von Geschoss zu Geschoss und von Fassade zu Fassade unterscheiden:
- Was ist das Hauptproblem? Blendung auf Bildschirmen — 1 bis 3 %. Wärme — ein außenliegendes System, der Prozentsatz nach gewünschter Durchsicht. Sichtschutz am Tag — 3 bis 5 %, in hellerem Ton.
- Wie wichtig ist die Aussicht? Wenn große Glasflächen genau der Grund für den Entwurf sind, wählen Sie eine dunklere Farbe und 5 %, nicht ein dichteres Gewebe.
- Was passiert am Abend? Screen bietet nachts keinen Sichtschutz: Wenn innen Licht brennt und es draußen dunkel ist, sieht man durch den Stoff hinein. Ist das ein Problem, braucht es eine zweite Lage.
Der dritte Punkt ist der häufigste Grund für Unzufriedenheit beim Endnutzer — und kein Stofffehler, sondern einfach die Funktionsweise von Screen. Besser, der Bauherr hört es vorab vom Planer, als dass er es am ersten Abend selbst entdeckt.
Screen-Stoffmuster für Ihr Projekt
Wir arbeiten ausschließlich mit Unternehmen — Planern, ausführenden Betrieben und Raumausstattern. Senden Sie uns die Aufmaßliste mit Nutzung und Ausrichtung der Räume und erhalten Sie einen Vorschlag für Öffnungsgrad und Farbe, zusammen mit Stoffmustern.
Anfrage senden →Was in Ihre Anfrage gehört
Damit wir ein genaues Angebot und passende Muster vorbereiten können, geben Sie zur Aufmaßliste für jede Positionsgruppe an:
- Systemtyp und Lage — Rollo innen oder ZIP außen.
- Gewünschter Öffnungsfaktor — oder nur das Hauptproblem (Blendung, Wärme, Durchsicht), dann schlagen wir einen Wert vor.
- Farbe oder Ton — und ob der Architekt ein einheitliches Fassadenbild von außen wünscht.
- Nutzung und Ausrichtung des Raums — ein Westbüro und ein Nordwohnzimmer bekommen nicht denselben Stoff.
Muster von Screen-Stoffen in mehreren Öffnungsgraden und Farben senden wir Partnern kostenlos zu. Betrachten Sie sie direkt am Fenster, bei Sonne: Der Unterschied zwischen 1 % und 5 % ist am Bildschirm kaum zu sehen, am Glas aber offensichtlich.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Öffnungsfaktor eines Screen-Stoffes?
Es ist der Anteil der Stofffläche, der auf die Öffnungen zwischen den Fäden entfällt. Ein Stoff mit 3 % hat etwa 3 % offene Fläche. Je niedriger der Wert, desto besser kontrolliert der Stoff die Blendung, desto schwächer ist aber die Durchsicht.
Welcher Öffnungsgrad ist für ein Büro am besten?
Für die meisten Büros 3 %. Liegt der Raum nach Westen oder sind viele Bildschirme zum Fenster gerichtet, wählt man 1 %. Eine dunklere Farbe verringert die Blendung zusätzlich und erhält die Durchsicht.
Verdunkelt ein Screen-Stoff mit 1 % den Raum?
Nein. Screen filtert das Licht, schafft aber keine Dunkelheit. Schlafzimmer, Hotelzimmer und Projektionsräume brauchen einen Blackout-Stoff oder eine Kombination aus zwei Lagen.
Kann man nachts durch ein Screen-Rollo hineinsehen?
Ja, wenn innen Licht brennt und es draußen dunkel ist. Screen schützt die Privatsphäre am Tag. Für Sichtschutz in der Nacht braucht es eine zweite Lage oder eine andere Stoffart.
Welche Farbe ist besser, hell oder dunkel?
Dunkel bietet bessere Durchsicht und weniger Blendung, hell reflektiert mehr Wärme. Für innenliegende Systeme in Büros wählt man meist einen dunkleren oder grauen Stoff; bei außenliegenden Systemen hängt die Entscheidung davon ab, ob Durchsicht oder Wärmeschutz Vorrang hat.
Fazit
Der Öffnungsfaktor ist nur eine Zahl, doch von ihm hängt ab, wie der Nutzer den Raum erlebt: ob er hinaussieht, ob ihn der Bildschirm blendet und ob ihm zu warm ist. Zusammen mit Farbe und Lage des Stoffes sind das die drei Angaben, die in jede Spezifikation gehören.
Für die meisten Gewerberäume ist der Ausgangspunkt 3 % in einem dunkleren Ton. Davon weicht man bewusst ab — niedriger wegen Blendung, höher wegen der Aussicht — und dann leistet der Behang genau das, was man von ihm erwartet.